Fasching, Fastnacht, Karneval


Jecke Zeiten

Fasching ist eigentlich ein Fest, um den Winter auszutreiben und alles Alte und Böse aus Dörfern und Städten zu scheuchen. Da der rheinische Straßenkarneval erst Anfang März beginnt, wir uns aber schon mitten in der Hochphase der närrischen Zeit befinden, zeigen wir euch hier, wie andernorts, zum Beispiel in Nordfriesland, der Winter ausgetrieben wird.
 
 
Biikebrennen

Am Vorabend des Festtages, also am 21. Februar, leuchten überall an der Küste in Nordfriesland die Biiken. "Biike" ist Friesisch und heißt Feuer. In Wyk auf Föhr beginnen die Kinder schon zwei Wochen vor dem Fest, Brennholz für die Biike zu sammeln. Mit einem großen Handwagen ziehen sie durch die Ortschaft und singen dabei ihr Lied:

Hjule hopp, hopp, hopp // Hjule dreih di // muss sein // muss sein // dat Ding // dat lött sick dreihn // trii, truu, tralla!

Gemeint sind in dem Lied die Räder des Wagens, die sich drehen sollen. Jeder, der noch etwas für das Feuer hat - altes Holz, Tannenbäume, Stroh oder Zweige - gibt es den Kindern für die Biike mit. Alljährlich fand ungefähr zu dieser Jahreszeit die gerrmanische Ratsversammlung, der Thing, statt. Dieser Thing war auch immer ein Winterabschied, und noch heute wird oben auf vielen Biiken eine Strohpuppe verbrannt, die den Winter darstellen soll. Ladet eure Familien zum Biikebrennen ein. Ihr müsst natürlich rechtzeitig mit den Vorbereitungen beginnen!
P.S.: Unbedingt dazu gehört der Qualmpott! Ihr könnt ihn euch aus einer großen Konservendose leicht selbst basteln. Den oberen Deckel entfernt ihr, dann macht ihr mit einem Hammer und einem dicken Nagel Löcher rundherum in die Dosenwände. Oben am Rand werden zwei Löcher einander gegenüber angebracht, in ihnen befestigt ihr einen Drahtbügel. An einem gegabelten Stock könnt ihr euren Qualmpott vor euch her tragen. Damit es auch so richtig schön qualmt, füllt ihr mit einer Schaufel etwas Glut von eurer Biike in die Dose und legt ein bisschen feuchtes Gras oder Laub dazu! Fertig! Viel Spaß beim Winteraustreiben!
-kirsten wirtz

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